Ernst Roth

Zämentanlass - „Einmal Sambia und zurück“

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Vortrag von Milena Keltsch über ihr Praktikum in einer AIDS-Klinik in Sambia, 6. April 2018
Lara Honegger,
Die erste Station des Abends war das gemeinsame Kochen des Abendessens. Während einige den Tisch deckten, brodelte auf dem Herd ein Topf voller Linsencurry, dass das fünfköpfige Küchenteam liebevoll vorbereitet hatte. Beim Kochen tauschten wir uns über die neuesten Ereignisse in unserem Leben aus und genossen die entspannte Zeit zusammen.

Am Tisch kamen wir das erste Mal ins Gespräch mit Milena Keltsch, der Hauptperson des Abends. Offen und interessiert tauschten wir unsere bisherigen Lebenswege aus.

Nach dem sehr feinen Abendessen und den vollen Bäuchen begann Milena Keltsch von ihren Erlebnissen in der AIDS-Klinik zu erzählen. Zur Unterstützung zeigte sie uns Bilder ihres Aufenthaltes in Sambia, welche ihre Beschreibungen noch lebendiger machten.

Sie erzählte uns, wie sie zu diesem Projekt gekommen ist und warum sie genau diese Organisation ausgesucht hat. Die Organisation stellt an jedem Ort eine Fachkraft, die einen aufnimmt und während des ganzen Praktikums die erste Ansprechperson darstellt.
Normalerweise reist man alleine zu einem solchen Projekt, doch bei Milena Keltsch war es anders. Ein weiteres Mädchen entschied sich für den gleichen Ort, weshalb die jungen Frauen gemeinsam die Arbeit anpackten. Ein Glück, dass sich die beiden gut verstanden haben und vieles miteinander geteilt und unternommen haben.
Sie teilten auch das Leid, wenn jemand aus dem Hospiz verstorben ist. Genau in solchen Situationen sei sie froh gewesen noch jemanden zu haben, um alles zu verarbeiten.

Durch die Hilfe der Schweizer Fachkraft, bei der die beiden Frauen gewohnt haben, konnten sie viele neue Plätze erkunden und Ausflüge machen. In diesem Projekt ging es nicht nur um die Arbeit im Hospiz, sondern auch das Kennenlernen einer neuen Kultur und Umgebung.

Am Ende des Praktikums entschieden sich die Frauen, gemeinsam zu reisen. Jedoch buchten sie nicht einfach eine Standardreise mit dem Bus, sondern zogen los und erlebten eindrückliche Geschichten. Nur schon die Reise von einem Punkt zum anderen ist ein Abenteuer, denn es gibt keine guten Verbindungen des öffentlichen Verkehrs. Sie reisten auf den Ladeflächen von Autos oder kleinen Lastwagen.
Etwas ist mir von den Erzählungen der Reise geblieben. Die jungen Frauen trafen auf viele gleichaltrige Erwachsene, mit denen sie Zeit verbrachten. Der wichtige Punkt hier ist jedoch, dass sie es auch traurig empfanden zu sehen, dass diese Leute mit ihnen Zeit verbringen können, da sie keine anderen Perspektiven haben. Einige hegten sogar die Hoffnung, dass eine Frau sie eines Tages nach Europa mitnehmen würden.
„Wir sind unterwegs als Touristen und können uns die Zeit nehmen, da wir in den Ferien sind. Doch die jungen Leute, die wir kennengelernt und mit uns Zeit verbracht haben, kennen nichts Anderes, da es keine Perspektiven gibt.“
Mit diesen Worten schloss Milena Keltsch ihre Präsentation ab und entliess uns nachdenkend in den Abend.

Als Abschluss des Abends durften wir uns über selbstgebackene Muffins freuen und den Abend beim gemeinsamen Aufräumen und Diskutieren ausklingen lassen. Ich bin sicher, dass einige von uns die Wanderlust gepackt hat und vielleicht schon Pläne für ein ähnliches Projekt geschmiedet wurden.
Bereitgestellt: 26.04.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch