Gabriela Walter

Das etwas andere Chilefäscht

Trio Anderscht <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Claude&nbsp;Meier)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamrheinfall.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>94</div><div class='bid' style='display:none;'>2594</div><div class='usr' style='display:none;'>43</div>

Als Sommerfest im Kirchengarten – so kam das diesjährige Kirchenfest in Laufen daher. Anders als sonst, nicht an einem Sonntagmorgen, sondern am Samstagabend. In diesem Jahr, in dem so manches anders ist.
«Chilefäscht mal anderscht» lautete das Motto des Kirchgemeindefestes in diesem Jahr. Inspiriert war dieser Titel natürlich vom Trio «Anderscht», das die Zuhörenden an dem lauen Sommerabend begeisterte. Die Besetzung mit zwei Hackbrettern und einem Kontrabass, die Appenzeller Herkunft und die dazugehörige Tracht liess auf Ländler und Volksmusik schliessen. Doch weit gefehlt! Beim Trio Anderscht ist der Name Programm und ist tatsächlich so einiges anders als man denkt. Die Ländler-Melodien klangen zwar auch hier und da durch, aber nur, um sich flugs in einen Tango von Astor Piazzolla zu verwandeln, Jazz- und Bluesrhythmen Platz zu machen, Johann Sebastian Bach den Vortritt zu überlassen oder gar mit waschechter Rockmusik zu flirten. Um dann am Ende doch noch als Ländler um die Ecke zu schauen. Dies alles auf höchstem musikalischen Niveau. Das zahlreich erschienene Publikum fand sichtlich Gefallen an dem wilden Mix aus unterschiedlichen Musikstilen.
Ganz offensichtlich genossen viele es, in diesen Corona-infizierten Zeiten endlich wieder einmal ungezwungene Geselligkeit zu erleben. Das Ambiente im wunderschön eingerichteten Kirchengarten an den von der Mesmerin dekorierten Tischen lud zum gemütlichen Zusammensein ein, ebenso wie die köstliche Verpflegung aus der kirchgemeindeeigenen Küche. Bei den raffiniert gefüllten Brottaschen war für jeden Geschmack etwas dabei, ob fleischlich, vegetarisch oder vegan. Die von Jugendlichen gebackenen Crêpes erwiesen sich als begehrtes Dessert nicht nur für Kinder-, sondern auch für Erwachsenenmünder. Münder, auf die der Clown Pepe immer wieder ein Lachen zauberte mit seinen Spässen, die nicht nur die Kinder den Corona-Frust vergessen liessen. Auch wenn ein Clown mit Mund-Nasen-Schutz ein eher ungewohnter Anblick ist.
Besonders erfreulich war, dass die Kollekte für die Nothilfe in Beirut den ansehnlichen Betrag von 4'308.70 Franken einbrachte. Geld, auf das Menschen, für die plötzlich alles anders ist, dringend angewiesen sind.
So war vieles «mal anderscht» an diesem Fest – anders und schön! Und eigentlich ist das ja auch der Kern der christlichen Botschaft und von Kirche-Sein: die Einladung, die Dinge immer wieder anders, neu sehen zu dürfen. Sich selbst immer wieder anders, neu erleben zu dürfen. Weil der Gott der Bibel schliesslich auch immer wieder überraschend anders ist.
Bereitgestellt: 19.08.2020     Besuche: 21 Monat 
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